Sozialdemokraten zeigen Geschlossenheit

„Eine breite Zustimmung für alle Kandidatinnen und Kandidaten wäre das richtige Aufbruchsignal für den zukünftigen Vorstand. Und ein Zeichen der Geschlossenheit der SPD im Kreis Heinsberg.“ Dies hatte Norbert Spinrath, der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, beim Parteitag in der Schützenhalle in Wegberg-Tüschenbroich vor den Wahlen gesagt.

Danach wurde er dann mit einer Zustimmung von fast 91 Prozent erneut in das Spitzenamt der Sozialdemokraten im Kreis Heinsberg gewählt. Seit 2006 hat Spinrath den Vorsitz inne. Vor zwei Jahren hatte Spinrath gut 85 Prozent erreicht, jetzt durfte er sich also über eine Steigerung seines Ergebnisses freuen. Und auch viele andere Vorstandsmitglieder verbuchten viele Stimmen, allen voran Kassierer Michael Kox, der sage und schreibe 100 Prozent erzielte.

Der Geschäftsführer des Unterbezirks, Hartmut Simmelink-Weinstein, stellte nach den Wahlen fest, dass der komplette Vorstand – also samt Beisitzern – immerhin neun Frauen auf den insgesamt 19 Posten aufweist.

Begrüßt worden waren die Sozialdemokraten bei ihrer Delegiertenversammlung im Wegberger Stadtgebiet vom einzigen roten Bürgermeister im Kreisgebiet, Michael Stock, der seine Parteigenossen in der „Herzkammer“ der Sozialdemokratie im Kreis Heinsberg willkommen hieß. Stocks Wahlerfolg in der Wegberger Stichwahl bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr stand ebenso wie der Einzug von Norbert Spinrath über die Reserveliste in den Bundestag im vergangenen Jahr im Mittelpunkt beim Blick zurück auf die vergangenen zwei Jahre. So groß die Freude über das erlangte Mandat im Parlament war, so selbstkritisch merkte Spinrath doch an, dass das Ergebnis der SPD bei der Bundestagswahl „bescheiden“ gewesen sei: „Wir hatten es nicht geschafft, unser inhaltlich gutes Wahlprogramm hinreichend bei den Menschen anzulanden. Und wir hatten es nicht geschafft, unsere Stammwähler zu mobilisieren. Auch nicht im Kreis Heinsberg.“

„Wir haben einen erfolgreichen Wahlkampf geführt“, sagte Spinrath zu den Kommunalwahlen und meinte damit die SPD-Ortsvereine in den Städten und Gemeinden – allen voran in Wegberg mit der gewonnenen Bürgermeisterwahl – wie auch die Kreis-SPD bei der Wahl zum Landrat und zum Kreistag, wobei sein besonderer Dank dem Spitzenkandidaten und neuen Fraktionsvorsitzenden, Ralf Derichs, galt. Die erfolgreiche Arbeit der SPD-geführten Landesregierung in Nordrhein-Westfalen und die gute Bundespolitik der großen Koalition mit eindeutiger sozialdemokratischer Handschrift hätten zu den verbesserten Wahlergebnissen und gesteigerten Mandatszahlen beigetragen. Für die im September nächsten Jahres anstehenden Bürgermeisterwahlen in Geilenkirchen und Selfkant wünschte er den Ortsvereinen eine gute Hand und viel Erfolg.

Die dann wahlkampffreie Zeit bis 2017, wenn Wahlen zum Landtag und Bundestag anstehen, sollte nach Ansicht des Unterbezirksvorsitzenden genutzt werden, um den Bürgern zu zeigen, „dass wir auch zwischen den Wahlen für sie da sind“, um sich rechtzeitig aufzustellen für künftige Wahlen und Strukturen zu ordnen, um inhaltlich zu arbeiten, Themen aufzubereiten und zu besetzen, „wahrnehmbar“, und um nicht nur Gutes zu tun, sondern auch um darüber zu reden.

Finanziell hat die aktuell 1050 Mitglieder zählende SPD im Kreis Heinsberg in den ersten sieben Monaten dieses Jahres – bedingt durch die Wahlen – mehr Ausgaben (48 000 Euro) als Einnahmen (37 000 Euro) verbuchen müssen; der Vermögensbestand sank auf 27 000 Euro. Doch die disziplinierte Fortführung der Ausgabenbegrenzung und die Bereitschaft der Kreistagsabgeordneten, die Mandatsträgerbeiträge vollständig zu entrichten, vorausgesetzt, „stehen der Kreispartei auch in den nächsten Wahlkampfjahren finanzielle Mittel hinreichend zur Verfügung“, erklärte Kassierer Michael Kox.

Wer gehört dem Vorstand im SPD-Unterbezirk Heinsberg an?

Vorsitzender Norbert Spinrath aus Geilenkirchen wurde mit 60 Ja-Stimmen (bei sechs Nein) wiedergewählt.

Als stellvertretende Vorsitzende wurden gewäht: Andrea Reh aus Gangelt mit 64, Ralf Derichs aus Erkelenz mit 61 und Dietmar Moll aus Hückelhoven mit 40 Stimmen.

Kassierer bleibt Michael Kox aus Wassenberg, bei dessen Wahl alle 66 Stimmen ein Ja waren.

Schriftführer ist weiterhin Dr. Hans Josef Voßenkaul aus Heinsberg, der 58 Ja-Stimmen , sieben Nein und eine Enthaltung verbuchte.

Als Beisitzer wurden gewählt: ­Cornelia Banzet (Geilenkirchen) 53 Stimmen, Karin Bonitz (Wegberg) 50, Ilse Lüngen (Heinsberg) 44, ­Katharina Gläsmann (Erkelenz) 41, Sebastian Minkenberg (Wassenberg) 39, Heike Simons (Wassenberg) 39, Nicole Schmidt (Übach-Palenberg) 38, Sophia Heymes (Erkelenz) 36, Omer Semmo (Geilenkirchen) 32, Patrick Scheufen (Gangelt) 31, Karin Fürkötter (Übach-Palenberg) 30, Herbert Fibus (Übach-Palenberg) 22 und Thomas Jahn (Erkelenz) 22.

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